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RuckZuckBuch-Info
Glossar
A|B|C|D|E|F|G|H|I|J|K|L|M|N|O|P|Q|R|S|T|U|V|W|X|Y|Z
A
Andruck: Ein Andruck ist die teilweise Wiedergabe eines Druckauftrages unter Realbedingungen. Hierzu werden bereits auf dem korrekten Material (Papier) und auf der korrekten Druckmaschine eine oder mehrere Bögen »angedruckt«, um eine 100%ige Kontrolle des Druckergebnisses vor dem eigentlichen Druck des vollständigen Werkes in Auflage zu erhalten. Anders als beim Proof wird also nicht simuliert, sondern bereits gedruckt.
Aufbrechen: Aufplatzen der bedruckten Oberfläche. Gerade beim Digitaldruck, bei dem die Farbpigmente trocken auf die Oberfläche aufgebracht werden und nicht als Flüssigkeit in das Papier eindringen, kommt es oft zum Aufbrechen. Durch eine zusätzliche Oberflächenveredelung wie Drucklackieren oder UV-Lackierung im Offsetdruck kann ein Aufplatzen der Oberfläche nicht verhindert werden. Unsere Drucktechniken pressen die Farbe unter Druck in das Papier. Abhängig vom verwendeten Papier können wir so dieses typische Digitaldruck-Phänomen fast vollständig vermeiden oder zumindest einen Offset-Standard erreichen.
Auflage Anzahl der in einem Zug gedruckten Exemplare einer Drucksache. Je höher die Auflage, desto billiger wird das einzelne Exemplar, da die notwendigen Kosten der Druckvorbereitung und Maschineneinrichtung anteilsmäßig geringer werden und aber auch Papier und andere Materialien günstiger eingekauft werden können.
Ausgangskontrolle: Die Überprüfung der fertigen Auflage, um zu gewährleisten, dass keine fehlerhaften Exemplare einer Auflage ausgeliefert werden. Es werden dabei stichprobenartig Exemplare herausgegriffen und kontrolliert.
Aushänger: Ein Aushänger ist eine vollständig gedruckte, sortierte, aber nicht gebundene Ausgabe des späteren Buches und dient der Kontrolle der Druckqualität und der Montage der Seiten (bei ausgeschossenen Büchern).
Ausschießen: Das Anordnen der einzelnen Seiten auf dem Druckbogen. Diese werden so angeordnet, dass die Seitenfolge der Bindeart entsprechend richtig auf dem Bogen steht und der Bogen anschließend zu einem Heft gefaltet werden kann.
B
Beschnitt: Der Beschnitt ist der Teil des Druckbogens, der beim anschließenden Schneiden wegfällt. Als Beschnitt bezeichnet man aber auch die Teile einer Abbildung, die über den Seitenrand hinausragen (randabfallend) und später weggeschnitten werden.
Beschnittmarke, Beschnittzeichen, Schneidemarke: Linien, die die spätere Seitengrenze, also das Endformat markieren. Entlang dieser Beschnittzeichen werden die einzelnen Seiten anschließend beschnitten. Beschnittmarken müssen daher außerhalb des Seitenformates liegen, um nach dem Beschnitt nicht mehr sichtbar zu sein.
Bibliotheksbroschur: Siehe Steifbroschur.
Bindemaschine / Buchbindemaschine: Zur Vereinfachung der zahlreichen handarbeitlichen Schritte bei der Bindung eines Buches wurden verschiedene automatisierte Systeme entwickelt, die Bindemaschinen. In der Regel vollziehen diese Gerätschaften die gleichen Arbeitsschritte wie bei der klassischen Buchbindung und erreichen somit einwandfreie und haltbare Bindungen. Es gibt aber auch Bindesysteme, bei denen die technische Machbarkeit bzw. die kostengünstige Umsetzung im Vordergrund steht. Diese Verfahren sind in der Regel qualitativ im Bereich Büro- oder Hobbygeräte anzusiedeln und werden leider häufig auch bei on Demand-Produkten eingesetzt.
Blatt: Ein Blatt hat zwei Seiten: Die Schön- und die Widerseite. Auch eine unbedruckte Seite (Vakatseite) ist für den Buchbinder eine Seite.
Blaupause: Dies ist eine Art Fotokopie, bzw. ein qualitativ minderwertiger Ausdruck des fertigen Ausschusses. Auf den Blaupausen werden auch technische Fehler angezeichnet und anschließend dem Auftraggeber zur Korrektur oder zur Druckfreigabe übergeben. Korrekturen, die erst nach dem Ausschießen (Erstellung des Druckmasters) anfallen, sind nur unter Wiederholung der teilweise kostenintensiven Druckvorbereitung möglich. Daher dienen die Blaupausen in erster Linie nur der Kontrolle des korrekten Ausschießens und nicht als inhaltlicher Korrekturanzeiger wie die Korrekturfahnen.
Blitzer: Blitzer sind ungewollte unbedruckte Stellen, die zwischen bedruckten Flächen stehen bleiben. Um Blitzer zu vermeiden, sollte man eine Überfüllung anlegen, das heißt eine geringe Überlappung der Flächen provozieren. Auch Ränder, die bei zu geringem Beschnitt von angeschnittenen Bildern stehen bleiben, heißen Blitzer.
Blindprägung: Prägung ohne Farbe. Durch Hitzeeinwirkung und Anpressdruck wird über einen gravierten Metallstempel direkt in den Leder- oder Stoffbezug der Buchdecke geprägt.
Book on Demand / Books on Demand: Book on Demand ist eine Kombination aus Print on Demand – der Fertigung von Einzelexemplaren auf Abruf – und dem Service, die Bücher anschließed auch über den Buchhandel an den Endkunden zu vertreiben (Verlagsservice). Book(s) on Demand ist kein Markenname.
Breitbahn: Die Laufrichtung des Papiers parallel zur schmalen Seite des Druckbogens.
Broschüre: Eine Broschüre ist eine Publikation von 5 bis 48 Seiten mit einfachem Papier- oder Kartonumschlag, die nicht periodisch erscheint.
Broschur: Eine Broschur ist ein Buchblock, der einen flexiblen, am Rücken direkt angeleimten Umschlag besitzt. Das Wort ist auf das französische Verb »brocher« (heften oder flüchtig machen) zurückzuführen. Der Begriff erinnert daran, dass diese Bindeart ursprünglich nur ein Interimseinband war, der Käufer sollte sich erst später für einen hochwertigeren Einband entscheiden und diesen beim Buchbinder auf eigene Kosten fertigen lassen.
Bei Büchern bezeichnet Broschur (Englisch: softcover) eine hochwertige Ausgabe mit weichem Umschlag. Im Gegensatz dazu weist eine sogenannte gebundene Ausgabe (Englisch: hardcover) einen harten Umschlag aus festem Karton auf. Ein Taschenbuch (Englisch: paperback) hat wie ein broschiertes Buch einen weichen Einband, ist aber meist vom Format her kleiner und bindetechnisch oft einfacher verarbeitet (keine Fadenheftung).
Buch: Ein Buch ist ein in eine Buchdecke oder einen Umschlag eingehängter Buchblock mit mindestens 48 Seiten.
Buchblock: Dies ist der Innenteil des Buches. Bestehend aus gefalzten Druckbögen (Fadenheftung) oder Einzelblättern (Klebebindung / Paperback), die zu einem Block geleimt, geheftet oder geklammert sind. Der Buchblock wird in einen Umschlag oder in eine Buchdecke eingehängt.
Buchdecke: Eine Buchdecke besteht aus einem vorderen Deckel, einer Rückeneinlage (Schrenz) und einem hinteren Deckel aus Pappe, die auf ein Überzugsmaterial – z. B. Gewebestoff, Leder, Papier oder Kunststoff – geklebt werden.
Bunt- oder Marmorpapier: Handgefärbte Papiere, welche in Marmoriertechnik hergestellt werden und in der Buchbinderei zum Überziehen von Halbbänden, Mappen, Kästen, Kassetten, Schubern und als Vorsätze dienen. Diese kunstvolle Technik wird heute kaum noch angewendet, vielmehr wird mit normalen Drucktechniken ein ähnlicher Effekt reproduziert. So auch bei unserer Kleinen Bibliothek der Lyrik.
Büttenpapier: In erster Linie ist damit ein Papier gemeint, das von Hand aus der »Bütte« mittels Sieb geschöpft wurde. Allerdings dürfen sich auch auf Rundsiebmaschinen gefertigte Papiere »Echtes Bütten« nennen. Unser Reihencover »italienische Bindung« wird auf solchen Papieren gedruckt.
C
Cellophanierung: Siehe Kaschierung.
Curling-Effekt: Im Digitaldruck spricht man oft vom Curling-Effekt, der durch die kurzzeitige Erhitzung des Papiers entsteht, bei der dem Papier Feuchtigkeit entzogen und sein Volumen somit verringert wird. Durch das anschließende Aufnehmen von Feuchtigkeit aus der Umgebung, neigt das Papier dazu, sich in Faserrichtung stärker auszudehnen. Es wellt sich. Der Effekt ähnelt zwar einer Bindung mit Papier in verkehrter Laufrichtung, legt sich aber nach einer gewissen Zeit wieder vollständig.
D
Dateicheck: Der Dateicheck ist eine Eingangskontrolle aller zur Weiterverarbeitung in der Grafik oder im Druck eingereichten Materialien. Dabei werden Druckdaten wie PDF im technischen Sinne auf ihre Verwendbarkeit geprüft. Aber auch offenen Daten wie Text-Dateien werden auf eventuelle technische Probleme in der Weiterverarbeitung wie z. B. dem Satz überprüft. Der Dateicheck wird teils automatisch (Preflight), teils manuell (Datensichtung) vorgenommen und ist abhängig vom Material recht zeitintensiv. Er hilft aber sowohl Zeit als auch Geld zu sparen und ermöglicht oft eine Erhöhung der späteren Qualität durch das Anfordern verbesserter Daten.
Deckeneinband oder Deckenband: Dies ist die üblicherweise als »Hardcover« bezeichnete Bindung, bei der der Buchblock mittels eines Vor- und Nachsatzes in einen festen Einband aus Karton eingehängt wird. Mittels einer Gaze wird diese Verbindung zwischen Buchblock und Decke zusätzlich verstärkt. In der Regel wird der Buchblock als Fadenheftung gefertigt. Dies macht das Hardcover in der Fertigung on Demand recht kostspielig, weshalb einfachere, geklebte Alternativen entwickelt wurden. Diese sind äußerlich ähnlich, in ihrer Haltbarkeit aber nicht stabiler als ein Taschenbuch.
Digitalkamera-Profilierung: Auch eine Digitalkamera beeinflusst die Farbwiedergabe. Die Erstellung eines ICC-Profils entspricht hier der Scanner-Profilierung.
DIN-Format: DIN, die Deutsche Industrie-Norm oder Deutsches Institut für Industrie-Norm. DIN-Formate, in A, B, C unterteilt, geben die Größe der im Geschäfts- und Behördenbereich genutzten Papier- und Verpackungsformate an. Das Grundformat ist stets ein Rechteck von 1 m² Flächeninhalt mit den Seitenlängen 0,841 m x 1,189 m. Alle weiteren Formate werden daraus nach dem Hälftungssatz gebildet; es verhalten sich somit die Flächen zweier benachbarter Formate wie 1:2. Die beiden Seitenlängen der einzelnen Formate verhalten sich dabei wie die Seiten eines Quadrats zur Diagonale. Die nach diesen Grundsätzen gebildeten Formate ergeben die A-Formatreihe.
Die Bezeichnungen B und C geben Überformate an. Die inoffizielle Bezeichnung A+ (A plus) gibt ebenfalls ein Überformat an. Um ein volles A-Format fertigen zu können, muss auf ein Überformat gedruckt werden, welches anschließend nach der Bindung auf das volle A-Format beschnitten werden kann. Speziell im Digitaldruck spielt das DIN-Format noch immer eine grundlegende Rolle bei der Wahl des Endformates eines Druckproduktes und der Kostenkalkulation.
Dispersionskleber: Kalt- und Weißleime zum Ableimen des Buchblockes. Wird auch für Kaschierungen verwendet (siehe Heavy-Duty-Kaschierung).
dpi: Dots per inch (auch lpi = lines per inch oder ppi = pixels per inch). In dieser Einheit wird die relative Auflösung gemessen. Im Offsetdruck und somit auch im klassischen Digitaldruck sind 300 dpi der Standardwert. Das bedeutet, auf einen Inch (= 2,54 Zentimeter) verteilen sich 300 Bildpunkte.
Druckbogen: Bedruckter, ungefalzter Bogen aus Papier. Ein gefalzter Druckbogen wird hingegen als Lage bezeichnet. Wird er anschließend auf sein Endformat beschnitten, spricht man von einem Heft.
Drucker-Profilierung: Das Erstellen eines ICC-Profils für den Drucker erfolgt durch den Ausdruck eines sogenannten »Targets«, einem Druck von Referenzfarben mit bekannten Farbwerten. Diese werden anschließend mit einem Spektralfotometer gemessen und mit den Farbwerten des Referenzdruckes verglichen. Die gemessenen Werte zeigen, wie sehr der Drucker vom Eingabewert abweicht. Diese Abweichungen können als ICC-Profil gespeichert und anschließend beim Druck vermieden werden. Um eine möglichst genaue Farbwiedergabe zu erreichen, muss aber auch das Papier, auf das gedruckt wird, in den Prozess mit eingebunden werden, da dessen Grundfärbung und Oberflächenstruktur (gelbliche Werkdruckpapiere, hochweiße oder gestrichene Papiere) zur Farbverfälschung beitragen. Somit wird für jedes Papier gleich ein eigenes Profil erstellt.
Drucklack: Der Drucklack ist ein preiswerter Oberflächenschutz auf dem bedruckten Druckbogen. Dieser verhindert Kratzspuren oder Farbschmierer, ist der Kaschierung aber weit unterlegen.
Druckvorbereitung / Druckvorstufe: Bevor die Druckmaschine drucken kann, hat im Offsetdruck die Druckvorstufe jede Menge zu tun. Zunächst müssen die einzelnen ausgeschossen werden (Ausschießen), um die optimale Verteilung auf den Druckbogen zu gewährleisten, dann werden die Druckfilme ausbelichtet, mit denen schließlich die Druckplatten hergestellt werden können (bei Computer to Plate entfällt dieser Schritt). Die Druckplatten werden anschließend in die Maschine eingespannt und der Andruck beginnt, bei dem mit feinfühliger Hand, viel Wissen und mit stetem Blick auf eventuelle Proofs die Qualität optimiert wird. Diese Arbeitsschritte sind für jeden Druckbogen zu wiederholen.
Dummy: Layouts, Andrucke oder Plotts werden zu einem Muster zusammengesetzt. Mit Hilfe des Dummys können Drucker und Buchbinder erkennen, in welcher Abfolge die Seiten stehen. Ein Dummy entspricht daher qualitativ (auch inhaltlich) nicht dem späteren Werk.
E
Englische Broschur: Als Englische Broschur oder Klappenbroschur wird in der Buchbinderei ein Schutzumschlag eines Buches aus Karton bezeichnet, der vorn und hinten eingefalzte Klappen aufweist. Der Sinn und Zweck ist weniger der Schutz des Buches als die zusätzliche Gestaltungsmöglichkeit.
Eingangskontrolle: Siehe Dateicheck.
Einhängen: So nennt man den Vorgang des Verbindens des Buchkerns mit dem Umschlag oder der Buchdecke, zum Beispiel in der Bindemaschine.
Einrichten: Einstellen, Justieren eines »Betriebsmittels«, also einer Druckmaschine, einer Kaschiervorrichtung, Bindemaschine, etc. Das Einrichten ist aufgrund von verschiedenen Anforderungen für jeden Auftrag erneut erforderlich. Durch das Setzen von Standard-Formaten (ECO oder RZB) können wir die Maschieneneinrichtung oft vereinfachen, was die Kosten senkt. Dies ist eine Grundvoraussetzung für Druck »on Demand«.
F
Farbmanagement: Unter Farbmanagement versteht man die Abstimmung aller an der Entstehung eines Druckauftrages beteiligten Geräte – Eingabegeräte (Scanner, Digitalkamera), Betrachtungsgeräte (Monitor) und Ausgabegeräte (Proof, Drucker). Wenn alle Geräte aufeinander abgestimmt sind, wird das spätere Druckergebnis einer zu Beginn digitalisierten Vorlage möglichst genau entsprechen. Die Abstimmung erfolgt durch den Einsatz sogenannter Farb-(ICC-)Profile, die die Eigenarten dieser Geräte kennen. Professionelle Geräte werden bereits mit dem eigenen Profil ausgeliefert. Für ein sauberes Farmanagement ist aber die Messung der Farbwerte und das anschließende Erstellen der Profile unerlässlich. Siehe auch Scanner-Profilierung, Drucker-Profilierung, Digitalkamera-Profilierung.
Schwierig wird es, wenn das ICC-Profil des Ausgabegerätes bei der Erstellung von Druckdaten unbekannt ist. Zum Beispiel, wenn nicht im eigenen Hause gedruckt werden soll. In diesem Fall benötigt man das Farbprofil des Drucksystems der gewählten Druckerei. Steht diese bei der Erstellung der Druckdaten aber noch nicht fest, verwendet man ein universelles Profil. In Europa ist dies zum Beispiel eines der von der FOGRA (Fogra-Forschungsgesellschaft Druck e. V. München) herausgegebenen Profile. Lediglich das zu verwendende Papier sollte bereits bekannt sein. So zum Beispiel gilt »Coated FOGRA27« als Universalprofil für beschichtete Papiere (Bilderdruck) oder »Uncoated FOGRA29« als Universalprofil für Naturpapiere. Aufgrund der technischen Besonderheiten des Digitaldrucks im Vergleich zum Offsetdruck müsste auch hier ein eigenes Universalprofil eingesetzt werden. Durch die untereinander stark abweichenden Systeme und Techniken gibt es hier aber leider noch keinen Standard. Empfohlen wird auch hier allgemein FOGRA27.
Farbprofil: Ein Farb- oder ICC-(»International Color Consortium«)-Profil ist eine Beschreibung bestimmter Eigenarten von Drucksystemen, Scannern, Digitalkameras oder Monitoren und deren Farbwiedergabe, bei Drucksystemen auch auf verschiedenen Materialien. Farbprofile sind genormt und dienen der Farbkontrolle während des gesamten Herstellungsprozesses eines Druckjobs (von der Digitalisierung über Bildbearbeitung und Satz bis zur Ausgabe im Druck). Ziel ist, eine Vorlage mit jedem Eingabegerät (Scanner oder Kamera) digitalisieren zu können und bei der Ausgabe (Drucker) Farben zu erreichen, die dem Original möglichst ähnlich sind. Dazu müssen alle Eigenarten aller beteiligten Geräte berücksichtigt werden.
Fadenheftung: Trotz den in den letzten Jahren erzielten Fortschritten in der Klebebindetechnologie und auf dem Klebstoffsektor im Speziellen ist eine absolute Aufschlagbarkeit und Stabilität nur durch die Fadenheftung zu erreichen. Je nach Automationsgrad ist die Fadenhefttechnik kostenmäßig heute im Vergleich zu Klebebindetechniken und –systemen konkurrenzfähig.
Im Bereich der Hardcover-Produktion ist die Fadenheftung aber nach wie vor ein Standard.
Faksimile/Faksimiledruck: Dies ist die Wiedergabe von altertümlichen Originalen als 1:1 Umsetzung, ähnlich einer Kopie.
FOGRA: Forschungsgesellschaft Druck e. V. Die FOGRA verfolgt den Zweck, die Drucktechnik in den Bereichen Forschung, Entwicklung und Anwendung zu fördern und die Ergebnisse der Druckindustrie nutzbar zu machen. Zu diesem Zweck unterhält der Verein ein eigenes Institut mit über 50 Mitarbeitern, darunter Ingenieure, Chemiker und Physiker.
Folienkaschierung: Siehe Kaschierung.
Formate: Siehe auch DIN-Formate. Abhängig von der Bogengröße, auf der gedruckt wird und dem erwünschten Endformat gibt es »günstige« oder »ungünstige« Formate. DIN A5 als ein Viertel eines DIN A3-Bogens ist eine günstige Ausnutzung des Bogenformates A3, da kein Abfall entsteht und das volle Format im vielfachen Nutzen ausgenutzt werden kann. Vergrößert man das Beispielformat DIN A5 nun um nur wenige Millimeter, verringert sich der Nutzen bei gleichbleibenden Druck- und Papierkosten erheblich. Daher hat die Wahl des Formates den größten Einfluss auf die Druckkosten.
Im Offsetdruck wird oft auf Bögen gedruckt, die nicht dem DIN-Schema folgen. Hier gilt es, die Druckerei unter Umständen nach einem günstigen Format zu fragen. Das optisch gefälligste Format ist nicht unbedingt optimal im technischen Sinn.
Fräsen: Der Buchblock wird bei einer hochwertigen Klebebindung gefräst. Dies erhöht die Oberfläche, auf der der Kleber haften kann und somit auch die Stabilität der späteren Bindung.
G
Gestrichene Papiere: Meist sind es Bilderdruckpapiere, die zur Verbesserung der Oberflächenglätte, des Glanzes, der Weiße und der Bedruckbarkeit einen regelrechten »Anstrich« bekommen. Dabei wird die Papieroberfläche auf sogenannten Streichmaschinen zum Beispiel mit Kreide und Bindemitteln behandelt.
Graupappe: Dies ist eine recht grobe Pappe mit einer Stärke von ca. 0,5 (350 g/qm) bis 4 mm (1.500 g/qm), hergestellt aus Altpapier. Die Graupappe wird z. B. für die Herstellung von Buchdecken und Kaschierungen (Hardcover, Steifbroschur) verwendet.
H
Handbindung: Als Handbindung wird die hochwertige Fertigung in kleinen bis kleinsten Auflagen in Handfließfertigung, zum Beispiel bei Bibliotheksbänden oder bei Ausbesserungsarbeiten bezeichnet. Bindetechnisch gesehen, kann in der Handbindung jede gewünschte Bindetechnik angewendet werden. Wirtschaftlich gesehen ist die Handbindung lediglich für ganz besondere Einsatzzwecke geeignet, da sehr kostspielig.
Fächertechnik: Siehe Lumbecken.
Hardcover: = Deckeneinband (engl.)
Heavy-Duty-Kaschierung: Eine besondere Folienbeschichtung, die mittels kaltem Dispersionskleber auf die zu kaschierende Oberfläche gebracht wird. Durch den Verzicht auf hohe Temperaturen kommt es kaum noch zum bekannten Verziehen z. B. des Umschlags. Die Folie ist dabei extrem dick und widerstandsfähig. Der Nachteil der Heavy-Duty-Kaschierung ist der relativ lange Zeitraum, den der Kleber zum Abbinden benötigt. Dadurch kann es beim Endbeschnitt zum Verschmieren des Klebers auf den Buchkanten kommen. Auch wirkt das fertige Buch an den Kanten noch lange ein wenig »klebrig« und es bilden sich feine Lufteinschlüsse zwischen Papier und Kaschierung. Diese Nebeneffekte legen sich allerdings im Laufe von wenigen Tagen von alleine.
Hilfspagina: Seitennummerierung, die außerhalb des Beschneiderandes liegt und z. B. nach dem 3-seitigen Endbeschnitt wegfällt.
I
ICC-Profil: Siehe Farbprofil.
Initiale / Initial: Lateinisch initium »Anfang, Beginn«. Eine Initiale ist ein schmückender Anfangsbuchstabe, der im Werksatz als erster Buchstabe von Kapiteln (seltener von Abschnitten) verwendet wird
J
Japanische Bindung / Japanische Broschur: Die Japanische Bindung besteht aus einem oder mehreren außen geschlossenen Vierseitern. Dabei werden nur die Außenseiten bedruckt. Die Japanische Bindung wird nicht mit einem dreiseitigen Endbeschnitt versehen und kann wenig Inhalt zu mehr »Volumen« verhelfen. Wir fertigen diese Bindung auf Wunsch als Sonderbindung per Hand.
K
Kalibrierung: Justierung von Druck- und Anzeigegeräten zur möglichst genauen Farbwiedergabe.
Kaptalband/Kapitalband: Ein Kaptalband dient zur Verzierung des Kopf- und Fuß-Schnittes zum Buchrücken hin und dient zur Abdeckung des offenen Bereiches zwischen Rücken und Buchblock. Man unterscheidet zwischen fertig gewebten Kaptalbändern und handgefertigten Kaptalen, welche entweder aus Leder oder Stoff bestehen.
Karton: Papiere mit einer Grammatur von ca. 150 g/qm bis 600 g/qm.
Kaschieren: Aufziehen zweier oder mehrerer Materialien, z. B. Papier auf Karton, Folie auf Platten.
Kaschierung: Mittels Druck und Wärme werden spezielle Kunststoff-Folien z. B. auf den bedruckten Umschlag aufgebracht. Folienkaschierungen sind ein- oder beidseitig und mit unterschiedlichen Oberflächenstrukturen möglich. (Siehe auch Heavy-Duty-Kaschierung)
Klappenbroschur: Siehe Englische Broschur.
Klebebindung: Bei der Klebebindung wird der Buchrücken zunächst um ca. 1 mm abgefräst, anschließend aufgeraut, und anschließend beleimt. Eine Seitenbeleimung verbindet zudem das erste und das letzte Blatt des Buchblocks um etwa 1 bis 3 mm zum Rücken hin. Bei einer Vierfachrillung befindet sich diese Seitenbeleimung zwischen den inneren und den äußeren Rillen. Ohne Rillung öffnen sich somit das erste und das letzte Blatt gewollt zusammen mit dem Umschlag. Die eingehängte Klebebindung wird dreiseitig beschnitten. (Siehe auch Einhängen, Perfobindung, Umschlaganleger, Netto-Brutto Bundsteg)
Kolorimeter: Siehe Monitorkalibrierung.
Kreuzbruch: Falzart, bei der jeweils gegenüber dem gerade erfolgten Bruch quer (90 Grad) dazu gebrochen wird.
L
Lage: Gefalzter Bogen. Mehrere Lagen ergeben einen Buchblock. Im Volksmund handelt es sich auch um eine Runde Bier in der Gastschänke.
Laufrichtung: Als Laufrichtung bezeichnet man die Ausrichtung der Papierfasern, die durch die Produktion des Papiers entsteht. Man unterscheidet in Breitbahn und Schmalbahn. Bei der Breitbahn ist das Papier in Längsrichtung flexibler, die Fasern verlaufen also quer zur langen Kante.
Für die Klebebindetechnologie ist die Papierlaufrichtung von außerordentlicher Wichtigkeit. In Buchbinderkreisen spricht man von richtiger und falscher Laufrichtung, denn Produkte mit falscher Papierlaufrichtung haben folgende Nachteile: schlechtes Öffnungsverhalten, Wellenbildung im Bundsteg und Klebstoffeinlauf zwischen den Blättern.
Diese Phänomene dürfen nicht mit dem Curling-Effekt verwechselt werden, der durch die kurzzeitige Erhitzung des Papiers entsteht.
Lumbecken: Das Fächerklebebinden oder Lumbeck-Verfahren war die erste erfolgreiche Klebebindetechnik nach der Einführung der elastischen Kunstharzkleber. Das Lumbecken beschränkt sich heute auf die Herstellung von Einzelbänden und Kleinstauflagen unter Verwendung einfachster Bindegeräte. Das Ausgangsprodukt besteht dabei in der Regel aus Einzelblättern. Durch das beidseitige Auffächern des in eine Vorrichtung eingespannten Buchblocks entsteht eine minimale Verschiebung der Einzelblätter untereinander, welche die Fläche für den anschließenden Kleberauftrag wesentlich erhöht.
M
Makulatur: Fehlerhafte oder beschädigte Drucke. Abfall.
Moiré: Unter diesem Begriff versteht man einen unerwünschten aber leider häufig auftretenden Effekt, der durch die Überlagerung von mindestens zwei Rastern entsteht. Im Druck, aber auch im Fernsehen, beim Scan und in der Digitalfotografie können Moiré-Effekte auftreten, z. B. wenn das wiedergegebene Objekt selbst bereits gerastert ist (gescannte Fotos aus Zeitungen, textile Stoffe) oder wenn ein Pixelbild mit unpassender Auflösung im Druck gerastert wird.
Monitorkalibrierung: Unter diesem Vorgang versteht man die Justierung eines Monitors zu einer möglichst genauen Farbwiedergabe. Eine solche Kalibrierung wird in der Regel mit einem Messgerät, dem Kolorimeter vorgenommen. Zunächst wird der Monitor auf einen Standardwert gesetzt (Gamma = 2,2, Farbtemperatur = 6500 K). Für die anschließende Kalibrierung werden bestimmte, bekannte Farben auf dem Monitor angezeigt und gemessen. Weicht das Messergebnis von dem bekannten Farbwert ab, wird der Monitor so eingestellt, dass die Abweichung gegen Null geht. Die vorgenommenen Einstellungen werden als Farbprofil für den Monitor zusammengefasst und gespeichert.
Das Problem einer genauen Monitorkalibrierung ist das ständig wechselnde Umgebungslicht im Arbeitsraum oder bestimmte Eigenschaften des Monitors, Farben trotz Kalibrierung nicht genau wiedergeben zu können. Hier sind z. B. Flachbildschirme einem Röhrenmonitor oft absolut unterlegen. Kalibrierungsversuche ohne Kolorimeter (z. B. über die Grafikkarten-Software) sind ungenau und führen zu vollkommen falscher Farbwiedergabe.
N
Naturpapiere: Naturpapiere (auch Werkdruckpapier) werden aufgrund ihrer unbehandelten und somit schwer zu bedruckenden Oberfläche fast ausschließlich für Textdrucke eingesetzt. Seit einigen Jahren – durch die Verbesserung der Drucksysteme und -farben – kommt das Naturpapier aber immer mehr auch für individuelle Bildwerke in Mode.
Nutzen/Nutzenmontage: Die Verteilung mehrerer kleinerer Papierformate auf einem großen Bogen, die später herausgeschnitten werden können. Im Vergleich zum Ausschießen wird bei der Nutzenmontage ein und dieselbe Seite mehrfach auf einem großen Bogen montiert. Nach dem Ausschneiden erhält man mehrere Versionen des gleichen Inhaltes.
O
Opazität: Die Opazität eines Papieres beschreibt seine Neigung zum Durchscheinen der bedruckten Rückseite oder einer darunterliegenden Seite eines anderen Blattes. Je weniger opak ein Papier ist, desto mehr ist es durchscheinend. Im Allgemeinen kann man sagen, dass dicke Papiere eine höhere Opazität aufweisen als dünne, Bilderdruckpapiere sind weniger opak als Werkdruckpapiere. Unser Buchdruckpapier ist extrem opak.
P
Pagina: Die Seitennummerierung
Paginieren: Das Nummerieren der Seiten. Dabei ist zu beachten, dass bei doppelseitigen Werken links immer eine gerade Seitennummerierung und rechts immer die ungerade Seitennummerierung steht. Vor- und Nachsatz werden nicht mitgezählt. Die erste Seite des Buchblockes ist die Nummer 1. Eine Pagina taucht aber erst auf der ersten Inhaltsseite auf. Schmutztitel und Titelei bleiben in der Regel unpaginiert. Auch leere Seiten bleiben ohne Pagina.
Passermarken: Markierungen zum genauen Über- oder Nebeneinanderdruck beim Mehrfarbendruck. Passermarken werden beim Ausschießen oder bei der Nutzenmontage angelegt.
PDF: Portable Document-Format. Dies ist ein universelles Dateiformat, das alle Schriften, Formatierungen, Farben und Grafiken jedes Ausgangsdokuments beibehält – unabhängig von der Anwendung und Plattform, die zur Erstellung verwendet wurde.
Perforieren: In Papier oder Karton werden kleine Löcher oder Schlitze gestanzt, um Blattteile einfach knicken und abtrennen zu können. (Siehe auch Rillen)
Planobogen: Der ungefalzte Papierbogen. (Siehe Druckbogen)
Proof: Ein »Proof« ist einfach ausgedrückt die Simulation des späteren Druckes. Es handelt sich dabei um einen speziellen, farb- und qualitätsverbindlichen Ausdruck (den wenig verbindlichen Softproof, den man an einem kalibrierten Bildschirm betrachten kann, lassen wir außen vor).
Ein Proof ist notwendig, wenn die spätere Wiedergabe im Druck – abhängig vom gewählten Druckverfahren – nicht vom Ausgangsmaterial abweichen darf (hochwertige Drucke mit realistischen Farben – z. B. Kochbücher, Kataloge, etc.). Ein Proof dient nicht der Korrektur evtl. Satzfehler sondern vielmehr der Farb- und Bildwiedergabe. Somit kann man vermeiden, dass teure Arbeitsschritte, z. B. die Druckvorlagenherstellung im Offsetdruck, wiederholt werden müssen. Auch wenn bereits ein gutes Farbmanagement größere Abweichungen vermeiden kann, gibt allein der Proof eine sichere Auskunft über das Druckergebnis.
Man unterscheidet zwischen drei Proofverfahren: Analogproof, Digitalproof und Softproof. Der analoge Proof arbeitet mit einer der Fotografie ähnlichen Technik und ist relativ aufwändig. Analoge Proofs sind heute daher relativ selten (auch wenn diese gegenüber dem digitalen Proof auch das spätere Druckraster simulieren und z. B. Moirés entlarven können). Heutzutage arbeitet man fast ausschließlich mit digitalen Proofs, diese sind schnell und preiswert zu erstellen und relativ zuverlässig. Die Voraussetzung ist ein prooftauglicher Drucker, in der Regel ein Thermosublimations- oder Tintenstrahldrucker, selten Laserdrucker. Die Kontrolle über die Farbhaltigkeit übernehmen hier sogenannte Farbprofile (ICC- oder proprietäre Farbprofile). Durch diese Profile können die verschiedenen Druckverfahren simuliert werden. Die Farbprofile ermöglichen weiterhin, auf verschiedenen Drucksystemen stets gleiche Ergebnisse zu erreichen. Ein Proof zur Kontrolle der Farbgenauigkeit nennt man auch »farbverbindlicher Prüfdruck«. Ein Proof ist nicht zu verwechseln mit einem Andruck. (Quelle: Wikipedia) Ein Softproof hingegen funktioniert rein über kalibrierte Ausgabegeräte (Monitor) und simuliert die Farbwiedergabe im Druck. Abhängig von der Qualität des Monitors und der Umgebungsbeleuchtung sind Softproofs nicht sehr zuverlässig und spielen nur dann eine Rolle, wenn hohe Geschwindigkeit gefragt ist und zwischen Druckvorstufe und Layout bereits eine gut eingespielte Zusammenarbeit besteht (z. B. im Zeitungsdruck).
Q
Querschneider: Schneidevorrichtung, die eine laufende Papierbahn quer zur Laufrichtung zertrennt.
R
Randabfallend/Randabfallende Flächen: Vollflächiger Druck. Farbflächen oder Bilder reichen bis an den Rand der Seite. Beim Anlegen randabfallender Flächen oder Bilder ist es wichtig, dass diese über den Seitenrand bis in den Beschnitt hinausreichen. Dadurch entsteht genügend Spielraum, um Toleranzen bei der Weiterverarbeitung und beim Beschnitt auszugleichen. Unerwünschte Blitzer oder schiefe Kanten werden vermieden.
Redigitalisierung: Ist die Umwandlung von alten Druckvorlagen (z. B. Filmen) in elektronisch verarbeitbare Daten.
Rillen: Quetschen des Materials mit einer Rill-Leiste oder einem Rill-Rad, um leichter und ohne Aufbrechen der Oberfläche das Falzen durchführen zu können.
Rückenbeleimung: Beleimung des Buchblockes im Bereich des Buchrückens bzw. des Broschürenrückens.
S
Satzfehler: Fehler, die bei der satztechnischen Umsetzung eines Textes entstehen, zum Beispiel Fehler bei der Silbentrennung, unabsichtlicher Flattersatz im Blocksatz, etc. Oft sind die Gründe für solche Fehler Formatierungen, die im originalen Textdokument bereits angelegt worden waren und nicht mehr entfernt werden konnten.
Scanner-Profilierung: Zum Erstellen eines individuellen Scanner-Profils (ICC-Profil) benötigt man ein sogenanntes »IT8-Target«. Dies ist eine Vorlage (ein Dia für Filmscanner oder eine Vorlage, meist auf Fotopapier, für Flachbettscanner), die eine Reihe von Referenzfarben zeigt, die zunächst mit dem Scanner digitalisiert werden. Das digitalisierte Ergebnis wird nun mit einer speziellen Software »gelesen« und mit den bekannten Werten des Targets verglichen. Die gemessen Abweichungen zeigen die gerätetypischen Ungenauigkeiten an und können als ICC-Profil gespeichert werden. Der Einsatz des Profils beim Scannen ermöglicht die Vermeidung dieser nun bekannten Ungenauigkeiten. Das Ergebnis entspricht den Farbwerten des gescannten Originals. (Quelle: Wikipedia)
Schmalbahn: Siehe Laufrichtung
Schutzumschlag: Um den eigentlichen Einband (zum Beispiel die Buchdecke beim Hardcover) umgelegtes und eingeschlagenes Blatt. Der Schutzumschlag kann bedruckt und auch kaschiert sein.
Seite: 2 Seiten ergeben ein Blatt.
Seitenbeleimung: Beleimung der Umschlag-Innenseite (U2) an der 1. Seite des Buchblocks bzw. U3 an der letzten Seite des Buchblocks, die eine optimale Haltbarkeit der Broschur gewährleistet.
Sortieren: Siehe Zusammentragen.
Standgenauigkeit: Unter diesem Begriff versteht man den »passgenauen« Sitz von Vorder- und Rückseite und im Vergleich der Seiten eines Buches untereinander. Beim beidseitigen Druck sollte ein stets gleich platziertes Element, z. B. eine Kopfzeile, deckungsgleich gedruckt sein. Bei durchscheinenden Seiten fällt ein Versatz untereinander auf. Besonders Elemente, die sich seitenabfallend im Anschnitt befinden, entlarven einen nicht standgenauen Druck sofort. Ein standgenauer Druck ist abhängig von der eingesetzten Druck- und Bindetechnik. Im Allgemeinen ist der Offsetdruck wesentlich standgenauer als der Digitaldruck, da hier die im Digitaldruck unvermeidbare Papierschrumpfung entfällt.
Steifbroschur/Bibliotheksbroschur: Ist eine Zwischenform von der weichen oder Karton-Verlagsbroschur und dem Halb- oder Ganzgewebeband. Früher als preiswerte Bindung gedacht, gewinnt die Steifbroschur heute mehr und mehr den Stellenwert einer »besonderen« Bindung.
Strichzeichnung: Die Strichzeichnung ist im Gegensatz zu Graustufen- oder Farbabbildungen eine reine Schwarzweißzeichnung. Eine Strichzeichnung ist zum Beispiel in schwarzer Farbe auf weißem Grund gezeichnet, jedoch ist die Farbe für die Definition nicht ausschlaggebend. Auch die Einfarbigkeit der Linien ist nicht zwingend gefordert.
T
Toner: Der Toner ist die »Druckfarbe« im Digitaldruck. Es handelt sich dabei um eine Art mikrofeinen »Pigment-Staub«, der mittels statischer Aufladung auf das Papier gebracht und hier fixiert wird.
U
Überfüllung: Geringfügiges Überlappen der Ränder von Schriften oder Flächen mit den direkt anschließenden Rändern anderer Flächen oder Elemente. Dies dient der Vermeidung von Blitzern. Besonders wichtig sind Überfüller bei abfallenden Seiten. (Siehe auch Randabfallend, Randabfallende Flächen.)
Umfang: Anzahl der Seiten einer Drucksorte. Auch Vakatseiten sind in den Umfang mit einzubeziehen. Bücher, die als Fadenheftung gebunden werden sollen und auf Druckbögen ausgeschossen werden sollen, müssen einen durch 4 teilbaren Umfang haben.
UV-Lackierung: Sehr hochqualitative, meist transparente Oberflächenbeschichtung. Kann auch auf Mattfolienkaschierung aufgetragen werden.
V
Vakat/Vakatseite: Als Vakat wird eine unbedruckte Seite bezeichnet. Eine Vakatseite enthält keine Pagina.
Verdrängung/Seitenverdrängung: Das bei mehrfach gefalzten Planobögen durch die Materialdicke bedingte Verdrängen der inneren Seiten nach außen. Besonders ausgeprägt bei vielseitigen Broschüren in Rückenstichheftung.
Volumen: Papiere mit gleichem Flächengewicht können unterschiedlich dick sein, also unterschiedliches Volumen haben. Das Volumen bezeichnet das Verhältnis von Papierdicke zum Papiergewicht. So haben unsere Standardpapiere ein Volumen von 1,5.
Vorsatz/Nachsatz: Einfach gefalzter Bogen aus stabilem Papier, durch den die Buchdecke mit dem Buchblock verbunden wird. Der Vor- und Nachsatz kann bedruckt werden.
W
Weiterverarbeitung: Arbeitsschritte nach dem reinen Druck. Zur Weiterverarbeitung gehört unter anderem die Bindung, aber auch das Zusammentragen oder Konfektionieren (Zuschneiden, Binden, Verpacken etc.).
Weißegrad: Der Weißegrad liegt bei Standardpapieren zwischen 70 und 110 Prozent. Recyclingpapiere sind deutlich dunkler und liegen bei 70 bis 80 Prozent. Hochweiße Papiere können nur aus frischen Holzfasern hergestellt werden. Um einen Weißegrad von über 100 Prozent zu erreichen, werden optische Aufheller eingesetzt. Aber auch Recyclingpapiere werden oft optisch aufgehellt um eine gleichbleibende Weiße zu erreichen.
X
Xerografie: Dies ist ein Verfahren, dass im deutschsprachigen Volksmund eher als »Kopieren« bezeichnet wird und allen gängigen Kopiergeräten und Laserdruckern zugrunde liegt. Das Verfahren basiert auf dem »Schapyrograph«, der »Elektrofotografie« der Amerikaner Chester F. Carlson und Otto Kornei von 1938. Das Verfahren wurde von der Haloid Company aufgekauft und 1949 mit dem ersten kommerziellen Kopierer auf den Markt gebracht. 1961 benannte sich die Haloid Company in »Xerox« um.
Y
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Zusammentragen: So bezeichnet man das manuelle oder maschinelle Aufeinanderlegen von einzelnen Lagen oder Bögen für einen Buchblock.
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