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Papier – der Stoff, aus dem die Bücher sind
Werkdruckpapier (unser Standardpapier)
Buchdruckpapier
Offsetpapier
Sonderpapiere
Umwelthinweise
Werkdruckpapier
Gewicht: 80g/m² Volumen: 1,5fach.
Kurzbeschreibung: matt oberflächengeleimtes, fein holzhaltiges Naturpapier mit
1,5 fachem Volumen. Säurefrei, alterungsbeständig, ohne optische Aufheller, hergestellt aus 100 % chlorfrei gebleichtem Zellstoff.
Farbe: eierschalfarbend, 62 Weiße CIE.
Qualität: FSC-Zertifikat (Forest Stewardship Council).
Alterungsbeständigkeit: säurefrei gemäß ISO 9706 (maximale Beständigkeit und Langlebigkeit).
Das Werkdruckpapier ist unser Standardpapier. Es ist ein sogenanntes »maschinenglattes«, leicht holzhaltiges Druckpapier welches mit Füllstoffen auf höchstmögliches Volumen gearbeitet wird. Das Volumen hat den Vorteil, dass das Papier bei gleichem Gewicht wesentlich dicker und weicher wird.
Das Werkdruckpapier wird im Buchdruck üblicherweise für die Herstellung von Hardcover-Büchern in der Belletristik und im Sachbuch eingesetzt. Bei uns ist es aber ab sofort auch im Taschenbuchbereich der Standard, denn aus umweltpolitischen aber auch aus qualitativen Gründen haben wir es zum Nachfolger des bisherigen Buchdruckpapiers auserkoren.
Das Werkdruckpapier spielt bei uns aber auch eine tragende Rolle im Bereich des Offsetdruckes (Auflagendruck) oder der Hardcoverbindung »Luxus« (Kleinstauflage ab 50 Expl.).
Es ist weniger opak als das Buchdruckpapier, vermittelt mit seiner eierschalfarbigen Note aber einen sehr angenehmen, sehr warmen Eindruck.
Für den Farbdruck ist das Werkdruckpapier bedingt geeignet, es lässt die Bilder aufgrund seiner Eierschalfärbung ein wenig gelblicher erscheinen.
Diese Färbung ist übrigens durchaus beabsichtigt und dem entspannten Lesen des Textes sehr zuträglich.
Buchdruckpapier
Gewicht: 80g/m² Volumen: 1,5fach.
Kurzbeschreibung: matt oberflächengeleimtes, fein holzhaltiges Papier mit 1,5 fachem Volumen. Säurefrei, alterungsbeständig, ohne optische Aufheller, hergestellt aus 100% chlorfrei gebleichtem Zellstoff.
Farbe: bläulich-weiß, 116 Weiße CIE.
Qualität: FSC-Zertifikat (Forest Stewardship Council).
Alterungsbeständigkeit: säurefrei gemäß ISO 9706 (maximale Beständigkeit und Langlebigkeit).
Das Buchdruckpapier ist ein offenporiges, 100%ig FSC-zertifiziertes Papier. Es ist heller als das Werkdruckpapier und daher weniger für reine Lesewerke geeignet. Ab einer Seitenstärke von ca. 450 Seiten behalten wir uns vor, unsere Bücher mit diesem Papier automatisch auf 70g/m² umzustellen, was eine wesentlich »weichere Handhabung« des Buches zur Folge hat: Es lässt sich leichter blättern und wiegt weniger.
Für den Farbdruck ist das Buchdruckpapier durch seinen Weißegrad geeignet. Es lässt Bilder zwar aufgrund seiner Bläulich-Weiß-Färbung ein wenig dunkler erscheinen, dennoch hat das Ergebnis seinen ganz besonderen Reiz, der von vielen Grafikern bewusst eingesetzt wird: Die Schärfe des Druckes ist hervorragend.
Die angesprochene Färbung (Eierschal-Grau) ist übrigens durchaus beabsichtigt und dem entspannten Lesen des Textes sehr zuträglich.
Unser Buchdruckpapier ähnelt dem Papier, welches auch viele andere Verlage für ihre Taschenbücher verwenden. Der Laie erkennt es nicht als das typische Umweltpapier, auf dem Freund Finanzamt seine Rechnungen verfasst, er hält es vielmehr für ein ganz normales Buchdruckpapier.
Offsetpapier
Gewicht: 90g/m² Volumen: 1,3fach.
Weißegrad: 145 CIE.
Farbe: hochweiß.
Qualität: FSC-Zertifikat (Forest Stewardship Council).
Alterungsbeständigkeit: säurefrei gemäß ISO 9706 (maximale Beständigkeit und Langlebigkeit).
Dieses Offsetpapier ist unser Standardpapier für alles Farbige, z.B. Farbtafeln.
Seine reinweiße Farbe macht es für den eigentlichen Buchdruck – d.h. für die Textseiten – ungeeignet, denn das Lesen wird durch den hohen Kontrast zwischen dem schwarzen Text und dem weißen Papier zu anstrengend für die Augen.
Die Weiße eines Papieres ist in keinster Weise ein Qualitätsmerkmal; so gehört ein Offsetpapier eigentlich zu den billigsten Papieren auf dem Markt und lässt Ihr Buch auch wie ein Billgprodukt aussehen.
Aber manchmal muss es eben Weiß sein (Kataloge, Fotobände). Unsere Wahl fiel daher auf ein chlorfrei gebleichtes, FSC-zertifiziertes Offsetpapier mit einem Volumen von 1,3 und ist somit, genau wie seine beiden Partner »Buchdruck« und »Werkdruck« für die Herstellung von Büchern geeignet.
Sonderpapiere
Es ist nahezu selbstverständlich für eine gute Druckerei, dass diese mehr als nur drei Papiersorten zur Auswahl bereithält. So verhält es sich auch bei uns. Doch der Druck auf Abruf (on Demand) macht es unmöglich, im Vorfeld zu erahnen, welche Mengen an Büchern letztendlich hergestellt werden müssen und wieviel Papier dafür benötigt wird. Books on Demand ist nur dann wirklich preiswert, wenn das bestellte Buch mit Standardqualitäten gefertigt werden kann, die immer zur Hand sind. Wenn wir Ihr Buch auf einer abweichenden Papierqualität drucken sollen, dann müssten wir entweder immer einen gewissen Vorrat dieses Papiers zurücklegen oder bei jeder Bestellung eines Exemplares die nötige Menge neu bestellen. Das kostet Zeit und vor allem auch Geld.
Aus diesem Grunde drucken wir Bücher auf Sonderpapieren nur in einer festen Auflage. Das müssen aber nicht gleich 1000 Exemplare sein, wir produzieren bereits ab 50 bis 300 Stück sehr preisgünstig auf beinahe jedem bedruckbaren Material.
Sie wünschen Bilderdruckpapier, hohe Grammaturen, farbige Papiere, Aufkleber oder Effekt-Kartonagen? Kein Problem – fragen Sie uns!
Bilderdruckpapier
Wir können diese gestrichenen Papiere dank unserer Drucktechnologie auch im Digitaldruck problemlos verarbeiten. Allerdings ist bei dieser Drucktechnik kein großer Unterschied zu Naturpapieren zu erwarten, da die »trockenen« Druckfarben nicht vom Papier aufgesogen werden können. Ein Bilderdruckpapier muss im Digitaldruck nicht aus Qualitätsgründen eingesetzt werden, hier entscheidet allein der persönliche Geschmack oder z.B. eine Qualitätshaltigkeit bei Nachdrucken im Vergleich zum Offset-Original.
Anders verhält es sich im Offsetdruck, wo mit flüssigen Farben gearbeitet wird, die (wie zum Beispiel beim Tintenstrahldrucker) sehr empfindlich auf die Oberflächengüte des Papiers reagieren. Dies führt bei offenporigen Papieren zum gefürchteten »Dot-Gain«, dem Zuwachs des gedruckten Punktes durch die im Papier verlaufende Farbe – das Bild läuft dann in den Schatten zu und wirkt dunkler und kontrastreicher.
Um dies zu vermeiden, wird ein Bilderdruckpapier mit einer Kreide beschichtet, die die Farbe nur oberflächlich aufnimmt und sie somit nicht verlaufen lässt. Das Ergebnis wird deutlich besser. Je glatter das Papier gestrichen wird, desto schärfer wird der gedruckte Punkt und desto glänzender gerät die Oberfläche, was zu unangenehmen Spiegelungen führt. Daher ziehen wir immer das matte Bilderdruckpapier dem glänzenden Equivalent vor.
Doch für ein »Lesebuch« wie einen Roman oder ein Sachbuch ist das Bilderdruckpapier nicht geeignet: Es ist weiß, lässt sich schlecht blättern und wiegt sehr viel.
Bilderdruckpapiere lassen sich aufgrund der geschlossenen Oberfläche schlechter binden. Bei hohen Grammaturen empfehlen wir daher unbedingt eine Fadenheftung. Diese bieten wir für Broschur und Hardcover an.
Umweltschutzpapier
Unter diesem Begriff werden recht inflationär Papiere zusammengefasst, die nicht allein aus Chemie und Frischfasern bestehen. Tatsächlich ist aber auch ein chlorfrei gebleichtes Papier keine sinnvolle Lösung. ECF oder TCF gebleichte Papiere sind heute Standard und keine ökologische Besonderheit mehr. Der Begriff Umweltschutzpapier ist trügerisch, denn Produktion, Verarbeitung und Entsorgung eines jeden Papiers belasten die Umwelt.
Unsere Papiere sind ausschließlich FSC-Papiere aus ökologisch und sozialverträglich bewirtschafteten Wäldern.
Karton
Der Unterschied von Papier zu Karton liegt allein in der Grammatur. Im Allgemeinen bezeichnet man eine Qualität von über 150 g/m² als »Halbkarton«, ab 200 g/m² spricht man bereits von Karton. Wir können digital bis zu 300 g/m² verarbeiten.
Karton lässt sich genau wie Bilderdruckpapier schlecht binden. Auch hier empfehlen wir unbedingt eine Fadenhaftung.
Pappe
Ab einem Flächengewicht von 600g/m² spricht man bereits von Pappe. Diese lässt sich nicht oder nur sehr aufwendig direkt bedrucken. Bei der Herstellung der typischen Kinder-Pappbücher werden daher die bedruckten Bögen auf die Pappe auflaminiert und anschließend genutet, um gefaltet werden zu können. Diese Technik können wir nur im Auflagendruck anbieten.
Transparentpapier (Architektenpapier, Pergamin)
Sehr beliebt sind diese durchscheinenden Papiere bei Illustratoren, Grafikern und Architekten. Das Papier besteht aus fein gemahlenem Zellstoff und ist weitgehend fett- aber nicht wasserfest. Dadurch ist Transparentpapier sehr anfällig auf Feuchigkeitsschwankungen und neigt im gebundenen Zustand trotz korrekter Laufrichtung zu starkem Wellen.
Das Material lässt sich in höheren Grammaturen digital recht problemlos bedrucken (einseitig).
Büttenpapier
Büttenpapier wird aus einem Brei aus Hadern oder Zellstoff mit Hilfe eines Siebes geschöpft. Durch das Einfügen von Drahtstücken im Schöpfsieb können dabei Wasserzeichen erzeut werden. Diese Qualität wird zum Beispiel als Vorsatzpapier bei Hardcoverbindungen eingesetzt.
Die meisten Büttenpapiere werden heutzutage industriell hergestellt und sind somit auch preislich für besondere Zwecke interessant. Durch die sehr lockere Oberfläche lässt sich Büttenpapier aber schwer bedrucken.
Dank unserer Drucktechniken, bieten wir aber durchaus auch Büttenpapiere zur Bedruckung an. So wird zum Beispiel der Umschlag unserer »Italienischen Bindung« aus echtem Bütten gefertigt.
Umwelthinweise
Als die alten Ägypter vor rund 5000 Jahren ihre ersten »Bücher« auf Papyrus fertigten, hätten sie sich bestimmt nicht träumen lassen, dass dies der Beginn einer bis heute andauernden Erfolgsgeschichte war. Egal wie weit unsere Technik inzwischen auch fortgeschritten sein mag: Ein Buch wird nach wie vor auf Papier gedruckt. Auch wenn das E-Book (nach seiner misslungenen Einführung vor zehn Jahren) wieder in aller Munde ist, so scheint das klassische Papier-Buch noch für viele Jahre in eine rosige Zukunft zu schauen.
Doch eigentlich sprechen viele Dinge gegen das Papier, bei dessen Herstellung jede Menge Holz, Wasser und Energie verbraucht wird. Ganze 20% des weltweit geschlagenen Holzes werden zu Papier verarbeitet. Um ein Kilo Papier herzustellen, benötigt man bis zu 10 Liter Wasser, welches nur sehr aufwändig gereinigt und dem natürlichen Kreislauf zurückgeführt werden kann. Der Energieverbrauch zur Herstellung liegt bei etwa 2,5 kWh pro Kilogramm. Viele Papiere werden zudem chemisch gebleicht und künstlich aufgehellt: Ein Prozess, der eine Menge giftiger Abfälle und Abwässer erzeugt.
Wenn wir auf das Papier also nicht verzichten möchten, dann sollten wir zumindest versuchen, vernünftig damit umzugehen.
Books on Demand (oder »Print on Demand« als Drucktechnik im Allgemeinen) hilft bereits gewaltig, den Papierverbrauch auf ein Minimum zu beschränken, denn es wird nur das gedruckt, was verkauft werden kann. Und wenn man davon ausgeht, dass der durchschnittliche Bücherfreund seine Lieblinge nach der Lektüre nicht einfach in die Mülltonne wirft, dann sind Bücher auch ein wertbeständiges Produkt. Doch das allein reicht noch nicht aus.
Wir vom Verlagshaus Monsenstein und Vannerdat haben es uns daher zum Ziel gemacht, unsere Bücher auf möglichst umweltfreundlichen und gleichzeitig hochwertigen Papieren zu fertigen. Dafür müssen wir jedoch alle tiefer in die Tasche greifen, weil solche Materialien teuer sind. Der Books on Demand-Markt diktiert uns zudem gewisse obere Preisgrenzen, um überhaupt konkurrenzfähig bleiben zu können. Doch ein sorgfältiger Einkauf unserer Materialien macht es möglich: Billig-Papier gibt es bei uns nicht! Schauen Sie sich unsere Papierpalette an und wählen Sie den richtigen »Untergrund« für Ihr Werk.
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